Sardinien
Windsurfen und Kitesurfen Sardinien

Spotguide Sardinien Nord

Wind-u.Kitesurfen Sardinien

Reisebericht vom Surf-Fewo Team: Letzter Besuch Oktober 2011:

Sardinien und Wind-u-Kitesurfen = Porto Pollo hört man immer wieder, doch hat Sardinien aus Surfer Sicht mehr zu bieten als Porto Pollo?

Nicht nur mit dieser Fragestellung im Gepäck machte sich das Surf-Fewo Team Anfang Oktober 2011 auf nach Sardinien.
Porto Pollo ist in der Surfer-Szene bestens bekannt. Sardinien und Wind-u.Kitesurfen = Porto Pollo, so liest man es häufig, es gibt zahlreiche Berichte über den windigen Norden der Insel , so liegt Porto Pollo tatsächlich begünstigt an der windigen Straße von Bonifacio. Der ohnehin meist starke Mistral wird hier in der Meerenge zwischen Sardinien u.Korsika nochmal kräftig beschleunigt, was natürlich auch zu einer guten Windstatistik führt. Es ist jedoch im Zusammenhang mit dem Spot Porto Pollo auch häufig von besonders starkem Wind, böigen und „ruppigem“ Bedingungen zu lesen, insbesondere bei dem Hauptwind, der die Insel belüftet , dem Mistral.

Von daher stellten wir uns die Frage, wie sieht es aus Surfer Sicht mit dem Rest der zweit größten italienischen Insel im Mittelmeer aus? Insbesondere über den Süden der Insel ist aus Surfer Sicht wenig zu lesen.

Los geht’s - die Anreise:

Sardinien verfügt über drei Flughäfen, die auch von „Billig-Fliegern“ angeflogen werden. Im Westen Alghero, im Nordosten Olbia und im Süden Cagliari.

Ein günstiger Flug ist schnell gefunden, mit Air Berlin geht's direkt von Köln aus in weniger als zwei Stunden Flugzeit nach Olbia, unserem Startpunkt im Nordosten der Insel.

Wir entschließen uns für unsere erneute Erkundungstour auf Sardinien als Surf-Fewo bzw. Unterkunft das Wohnmobil zu wählen.
Das Sardinien viel zu schön ist, um sich nur an einem Ort aufzuhalten, haben wir bereits des öfteren gelesen und bei unserem letzten Besuch, der „nur“ dem Norden gewidmet war, vor Ort auch selbst so empfunden.

Am Flughafenausgang erwartet uns in Sachen Wohnmobilvermietung unser Surf-Fewo Partner Fabio, der uns so gleich mit einem perfekten Wohnmobil ausstattet. Es handelt sich um einen drei Monate alten Baron 46 von Elnagh. Das über 7 m lange Gefährt ist für max. 6 Personen ausgestattet. Dieses und auch weitere Wohnmobile vermitteln wir Euch gern für Euren Wind-und Kitesurfurlaub auf Sardinien.

Von nun an genießen wir dank des Wohnmobils absolute Freiheit und Mobilität und starten unseren Trip im Nordosten der Insel, direkt unterhalb von Olbia, am bekannten Urlauberort in San Teodoro.
In den Haupt-Sommermonaten Juli und August platzt das kleine Örtchen aus allen Nähten. Für uns Surfer ist insbesondere die vor und Nachsaison dort, wie auch auf der gesamten Insel sehr interessant.

In San Teodoro schauen wir uns das erste Highlight in Sachen Wind und Kitesurfen auf Sardinien an: Den Traumstrand La Cinta. Kristallklares Wasser , weißer Sand und karibische Wasserfarben machen diesen Strand aus, man hat tatsächlich den Eindruck in der Karibik zu sein.
Der Strand ist sehr lang und am nördlichen Ende gibt es eine Kite-Zone, die man auf jeden Fall wie überall und üblich, respektieren und einhalten sollte.
La Cinta eignet sich bestens für nordöstliche, östliche oder südöstliche Winde (Scirocco). Achtung: Der Mistral weht hier natürlich ablandig.
Große Wellen findet man nur bei starken östlichen Winden vor, ansonsten ist La Cinta ein perfektes Freestyle Revier. Wir drehen unsere Runden in türkisfarbenem Wasser, mit einem traumhaften Ausblick auf das Wahrzeichen dieser Region, dem vorgelagerte Bergmassiv La Tavola.

Für die Camper und Wohnmobillisten befindet sich ein wunderschöner Campingplatz direkt am Strand am Anfang der Bucht. Ansonsten ist San Teodoro auch sehr gut auf Tourismus eingestellt, im Ort findet ihr zahlreiche Restaurant, Supermärkte und natürlich Ferienwohnungen.

Nach dem La Cinta Besuch in San Teodoro geht`s für uns weiter die Ostküste hinunter, auf dem Weg in Richtung Süden sind noch zahlreiche größere Bucht mit ebenso tollen Surfspots zu finden.
Wir nehmen den Weg über die Berge in Richtung Süden.
Auf dem Weg zu unserem nächsten Stop, die Costa Rei, sammeln wir zahlreiche Eindrücke von atemberaubend schöner Landschaft.

   

Angekommen im „Zentrum“ der Costa Rei in Monte Nai nehmen wir sogleich den endlos langen Sandstrand in Augenschein. Platz ohne Ende, um auch hier östliche Winde zu surfen. Dies gilt allerdings nur für die Nebensaison, denn lt. unserem Surf-Fewo Partner Partner Süd Sardinien (Alessandro) ist in Süd-Sardinien das Kitesurfen in der Hauptsaison aufgrund der gute gefüllten Strände nicht gestattet, aller höchstens draußen von einem Boot aus wäre ein Start möglich. In Süd-Sardinien gibt es allerdings auch einen Top-Spot, an dem das Kitesurfen ganzjährig, d.h. auch in der Hauptsaison erlaubt ist, dazu später mehr.

Wir schauen uns weiter in der Region im Südosten um, bis hin zu Villasimius am Capo Carbonara, dem südöstlichsten Punkt von Sardinien.
Ein Strand schöner als der andere. In der Nebensaison findet man Womo-Stellplätze direkt am Strand, einfach traumhaft. Die Strände in dieser Region haben schon einige Preise in div. Magazinen in Sachen Schönheit gewonnen. Mit Sicherheit auch ein tolles Ziel für eine evtl. nicht surfende Partnerin oder einer Kombination aus Surf- und Badeurlaub oder eben den ganz normalen Badeurlaub.

Ab Villasimius geht es nun weiter an der Südküste entlang zum nächsten Spot nach Chia.

Hier schauen wir uns ebenso eine wunderschöne Bucht zum Wind und Kitesurfen an. Ideal gelegen, der Surfer-Campingplatz in Chia, nur wenige Meter vom Wasser entfernt.

Über Cagliari geht es nun zu unserem Haupt-Kitesurf-Ziel im Süden, dem noch recht unbekannten Spot am Strand von Porte Botte.

Es handelt sich dabei um eine sehr große freiliegende Bucht. Und jetzt kommts, was Kitesurfer besonders gern hören: Dieser Strand ist speziell „nur“! für`s Kitesurfen zugelassen und das gilt das ganze Jahr!

Unser Surf-Fewo Partner Alessandro berichtet uns von weiteren tollen Spot`s in der Umgebung, je nach Windrichtung, an denen dann aber auch das Kitesurfen nur in der Nebensaison geduldet wird.

Eine Ausführliche Übersicht über weitere Spots im Süden findet Ihr:
in den Spotinfos-Sardinien-Süd (klick)

Porto Botte:

Die große Bucht in Porte Botte eignet sich hervorragend um bei westlichen Winden, sprich der Hauptwindrichtung bei Mistral zu kiten.

Es gibt hier ebenso wie in Porto Pollo einen nicht unerheblichen Zusatzeffekt was Windstärke und Häufigkeit betrifft.
Die Locals erklären uns, dass der Mistral zwischen der vorgelagerten Insel St. Antioco und der Insel Sardinien kräftig beschleunigt wird. Es würden um die 8-10 Knoten Mistral in der Vorhersage ausreichen, um hier vernünftigen „kitebaren“ Wind zu haben.
Ganz interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Windstatistik, die den Vergleich zu Porto Pollo im Norden nicht scheuen muss. Laut dem Vorhersagedienst Windguru und die Angaben im entsprechenden Archiv gibt es hier unten in Porte Botte eine höhere Mistral Wahrscheinlichkeit als im Norden.

Auch die Windstatistik (Siehe Unten) am Capo Carbonara spricht für sich bzw. für das Wind und Kitesurfen, auch im Süden von Sardinien.

Windstatistik Capo Carbonara

Ebenso hervorzuheben sind die Bedingungen in Porte Botte.. Die ersten 50-100 Meter sind stehtief. Es gibt bei Mistral keine großen Wellen wie an den meisten Spot`s an Sardiniens Northshore, die eine natürliche Selektion in Sachen Fahrkönnen mit sich bringen. Porte Botte ist das Freestyle Revier im Süden mit ganz viel Platz!
Direkt am Spot Porte Botte gibt es leider keine Surf-Unterkünfte, wir vermitteln jedoch in der Nähe, und der vorgelagerten Insel St. Antioco Surfer-Unterkünfte. Wenn man das Wohnmobil wählt kann man natürlich in der Nebensaison den Vorzug genießen, direkt am Spot zu stehen. Weitere Bilder zum Spot, Unterkunft und Region: Siehe Bilder.

Kitesurfing Porto Botte

 

Wir schauen uns den Wetterbericht an und sehen für die nächsten Tage ist starker Mistral (der im Norden beginnen soll) vorhergesagt, los geht`s mit dem Womo dem Wind entgegen. Diesmal möchten wir uns einige Spot`s an Sardiniens Northshore anschauen und sehen was 30 Knoten Mistral in Sachen Wassermassen in Richtung Sardinien so mit sich führen.

Wir überqueren mit dem Womo noch am Abend in etwa 3,5 Std. die Insel von Süd nach Nord und wachen morgens früh direkt am Spot in La Ciaccia/Valledoria auf.

Valledoria-Kitesurfing

Der Mistral rüttelten kräftig an unserem Wohnmobil.
An diesem Tag wollen wir die Flach Wasserlagune von La Ciaccia in Augenschein nehmen. Auf den ersten Blick von der Anhöhe aus gesehen, wirkt die Lagune, die durch den Fluß Coghinas (Thermalbad und heiße Quellen im ca. 10km entfernten S.Maria) gespeist wird recht klein.

Kitelagune-Valledoria


Der Mistral bläst mittlerweile mit 30-35 Knoten, fast niemand da, zwei Windsurfer sehen wir weiter südlich am Spot in La Ciaccia und ein Kite am Himmel. Stell Dir vor es ist Wind und keiner geht hin, am 1. Oktober auf Sardinien-dachten wir uns.
Schnell den 9 er Kite aufgebaut und los geht's zum Spot-Test..

Bereits in den ersten 5 Minuten wird uns klar, es handelt sich um ein Top-Spot (Einzigartige Kombination aus Flachwasser und Welle) der richtig Spaß macht. Feinstes Flachwasser hinter dem Strand lässt unser Surfer Herz höher schlagen.

Die Lagune ist die ersten 20-30 m stehtief, danach wird es tief, es ist jedoch genügend Platz um auch für Anfänger hier die ersten Versuche zu starten. Ein Local berichtet uns davon, dass wenn es in Porto Pollo zu heftig wird mit den Bedingungen und Wind einige Kiteschulen aus dem ca. 75km entfernten Porto Pollo auf diesen Spot ausweichen, um weiter schulen zu können.

Das besondere Highlight an diesem Spot lautet: Mit Anlauf in die Welle!
Die Lagune hat eine Öffnung zum Meer hin (Std. 11-2011) je nach Windwinkel passt es genau, dass man mit einem Schlag von feinstem Flachwasser durch den „Channel“ in die Welle wechseln kann. Dies kann jedoch jedes Jahr (Stichwort Winterstürme) anders sein, wenn der Channel möglicherweise wieder versandet ist.

Sardinien-Spotinfo

Draußen werden die Wellen mit zunehmender Windgeschwindigkeiten natürlich höher. An guten Tagen kann man mit bis zu masthohen Wellen ( 3-5 Meter) rechnen.
Wem es hier dann zu heftig wird oder allgemein an Sardiniens Northshore Spot`s weicht einfach auf die Lagune aus.

 



Mittlerweile gesellen sich ein paar sehr nette Locals dazu, mit denen wir schnell ins Gespräch kommen. Wir erfahren von Massimo, dass sich manche Sarden extra von Alghero auf den Weg machen, da es sich bei diesem Spot um den einzigen Flachwasserspot an Sardiniens Northshore handelt.

Die oft getroffenen Aussagen, Sardinien sei aufgrund der häufig starken Mistral Winde mit hoher Welle nichts für Anfänger oder Einsteiger ist somit widerlegt. Es gibt durch die Lagune in La Ciaccia mindestens einen dieser einsteigertauglichen Spot`s im Norden und durch Porte Botte einen weiteren Top-Spot mit ein- Aufsteiger und Flachwasserqualitäten im Süden.

Die anderen Spot`s am Northshore sind bei starkem Wind tatsächlich sehr selektiv und teils durch Strömungen, hohe Wellen und Felsen mit Sicherheit nicht einsteigertauglich und den Profis bzw. Könnern vorbehalten.

Abends genießen wir dann den Sundowner direkt an der Flachwasser-Lagune mit einem atemberaubenden Blick auf Castelsardo.


In den darauf folgenden Tagen schauen wir uns noch die weiteren Wave-Spots an Sardiniens Northshore an.
Namen wie Marina delle Rose, Isola Rossa, Rena Majore und Vignola lassen jedes Wellenliebhaber Herz höher schlagen.
Begeistert sind wir ebenso vom Spot Vignola. Hier läuft meist eine ganz saubere Welle herein. Nur die ersten 2-3 m Shorebreak sind heftig und müssen überwunden werden. Man glaubt beim Anblick der sauber laufenden Wellen eher an Swell eines Ozeans...

 

 

Fazit: La Ciaccia, La Cinta und Porte Botte halten wir neben Porto Pollo, für eine der besten Wind – und Kitesurfspots Sardiniens. Jeder Spot hat seinen eigenen Reiz, es ist für jeden, ob Anfänger, Aufsteiger oder Profi etwas dabei, vom feinsten Flachwasser bis hin zum Wellenrevier für höchste Ansprüche. 

Unsere Ausgangs Fragestellung: „Hat Sardinien aus Surfer Sicht mehr zu bieten als Porto Pollo?“
Können wir abschließend mit einem ganz großen Ja, auf jeden Fall! beantworten.

Allgemein gilt jedoch für alle Northshore Spot`s: Vorsicht ist geboten! Bedingt durch Strömung, Felsen sind diese meist nicht einsteigertauglich und insbesondere für Anfänger ungeeignet.

Surf-Fewo vermittelt Euch gern Unterkünfte in Nord, Süd und Ost Sardinien und natürlich Wohnmobile zum Eigentümer Preis. Hier könnt Ihr Euch die Objekte anschauen und Eure Wind-und Kitesurfer Unterkunft buchen:

 

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